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Die Wiederentdeckung der Einfachheit - E. Roth (Wißner)

Die Wiederentdeckung der Einfachheit - E. Roth (Wißner)

In diesem Buch werden klaviermethodisch relevante historische Zeugnisse über Frédéric Chopin und Ludwig Deppe zusammengefasst, die im deutschsprachigen Raum angesichts ihrer Aktualität es verdienen, bekannt gemacht zu werden.

Die Wiederentdeckung der Einfachheit
Forum Musikpädagogik, Band 61 (Hrsg. Kraemer, Rudolf-Dieter) 
· Unterreihe Hallesche Schriften zur Musikpädagogik (Hrsg. Maas, Georg) 

· In diesem Buch werden klaviermethodisch relevante historische Zeugnisse über Frédéric Chopin und Ludwig Deppe zusammengefasst, die im deutschsprachigen Raum angesichts ihrer Aktualität es verdienen, bekannt gemacht zu werden. Bei gründlicher Lektüre der pianistisch-pädagogischen Hinweise Chopins und Deppes zeigt sich - trotz ihres unterschiedlichen Naturells - eine erstaunlich weit reichende Übereinstimmung der pianistischen Ideale wie auch der klaviermethodischen Überzeugungen und Praktiken.
Frédéric Chopin (1810-1849) und Ludwig Deppe (1828-1890) verfochten Standpunkte, die dem damaligen Zeitgeist diametral entgegenstanden, heute aber, zumal im Sinne moderner Körperpraktiken, mit Sicherheit eine spontane Anerkennung fänden. Ursache für die Unkenntnis und damit für die Nichtbeachtung der außerordentlich wichtigen Beiträge Chopins wie Deppes zum Thema Klavierspiel in der Fachliteratur ist sicher ihrer beider Mangel an diesbezüglichem publizistischem Ehrgeiz. Heute ist die Zeit reif dafür, dieses Wissensgut wieder zu entdecken und in Theorie und Praxis zu eigenem Vorteil zu nutzen.

Zur Autorin:
Die Pianistin und Hochschulprofessorin Elgin Roth (geb. 1926) hat sich bald nach ihrer Künstlerischen Reifeprüfung intensiv mit Literatur zur Klaviermethodik auseinandergesetzt. Neben zahlreichen eigenen Methodik-Kursen und Vorträgen im In- und Ausland übernahm sie ab 1976 eine Professur an der Musikhochschule Hamburg. Seit 1996 hält Elgin Roth in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Marco Antonio de Almeida regelmäßig klaviermethodische Vorträge im Institut für Musikpädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 2001 erschien im Wißner-Verlag ihr erfolgreiches Buch "Klavierspiel und Körperbewußtsein in einer Auswahl historischer klaviermethodischer Zitate".

Die Reihe "Hallesche Schriften zur Musikpädagogik" wird herausgegeben von Georg Maas im Auftrag des Institutes für Musikpädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
 
· 176 Seiten, Paperback, Format 21 x 15 cm 
· 1. Auflage 
· Erscheinungsdatum: 22.07.2004 
· ISBN 978-3-89639-434-7 
· lieferbar

Rezensionen

PIANISTIKA, Nr. 17/2004
Wieder einmal hat sich gezeigt und erwiesen, dass Elgin Roth in ihrem neuen Buch alle noch so subtilsten Bereiche künstlerischen Klavierspiels, wie niemand anderer derzeit, klaviermethodisch auszuloten versteht. Ein durch größtes Wissen brillierendes Buch, welches heute selbst die wenigen noch existierenden Großmeister des Klavierspiels fürwahr in Erstaunen und Faszination zu versetzen vermag.
Ausgezeichnet mit der "Goldenen Rose 2004" der Zeitschrift PIANISTIKA


Ivo Csampai, neue musikzeitung, 54. Jahrgang, Nr. 2/05
Einfachheit statt "Vereinfachung" in der Klaviertechnik
Elgin Roth erweckt in ihrem zweiten Buch ein verloren geglaubtes Kunstideal zu neuem Leben

"Die Wiederentdeckung der Einfachheit" – schlichtweg eine Sensation, ein sagenhaftes Buch, in dem Elgin Roth, wie der Untertitel schon besagt, die bisherige "große Unbekannte", nämlich die klavierspieltechnisch revolutionäre Konzeption eines Chopin und eines Deppe für Pianisten, Klavierpädagogen und Studenten fachmethodisch erläutert und damit deren beider inhaltlich konzeptionelle Verwandtschaft in einen höchst interessanten Fokus stellt. Die Briefwechsel und Aussagen aus ihren beiden Schülerkreisen, welche teilweise im deutschsprachigen Raum bisher als unbekannt gelten dürften, übersetzte Elgin Roth dabei erstmals umfassend ins Deutsche.
Dieses neue Buch dieser außergewöhnlichen Klavierprofessorin, die im nicht minderen Alter von 77 Jahren ihr erst zweites Buchwerk herausgibt, schließt damit nicht allein für die gegenwärtige Klaviermethodik-Forschung eine bedeutungsvolle Lücke auf einem Gebiet, das bis heute noch nicht einmal unter den Fachleuten ausreichend Beachtung erfahren hat. Elgin Roth geht überdies das Wagnis ein, einen Bezug zu heutigen, längst erfolgreich angewandten Körperbewusstseinspraktiken wie der Feldenkraismethode, der F. M. Alexander-Technik oder der Eutonie herzustellen. Das Buch plädiert für eine notwendig anstehende, ernste und offene Überprüfung, ja Neubewertung klavierspieltechnischer Parameter, welche einst Chopin und Deppe – außerordentlich überzeugend belegt nun in diesem Buch – im Unterricht mit ihren Schülern aufgrund ihrer pianistischen wie klavierpädagogischen Prämissen konsequent vertraten.

Deckungsgleiche Parameter
Ludwig Deppes reformistische, klavierkünstlerisch konzeptionelle Thesen und Ideale, ebenso wie die eines Frédéric Chopins, verhielten sich den Notaten ihrer aussagestarken Schüler nach zueinander als klaviertechnisch nahezu deckungsgleich. Doch scheinen diese unter den gegenwärtigen Pädagogen und Virtuosen längst in Vergessenheit geraten zu sein. Nun erst können diese Parameter endlich eine anstehende Neubewertung erfahren. All dies in einem handlichen, geistreichen Buch, welches sicherlich als ein "historisches Dokument der Klavierspielkunst" angesehen werden kann. Ohne Frage: hier wird klaviermethodisch Geschichte geschrieben und gemacht. "Nicht der Teufel steckt im Detail, sonder der liebe Gott", meinte die Autorin unlängst. Das kann ihr so leicht keiner nachmachen – das Buch muss her, für jeden Klavierbegeisterten.
Es ist bares, bisher noch unbeachtetes Wissen, das sich dem Leser da auftut. Frédéric Chopins und Ludwig Deppes "Kunstideal" orientierte sich damals schon an ganzheitlichen Prinzipien. Es waren und sind dieselben Prinzipien, mit denen wir uns heute noch nicht einmal zur Genüge befasst haben, schon gar nicht in einem Studium an der Hochschule. All die derzeit aufkommenden Fragen von Spieltechnik am Klavier bestätigen die heute so notwendigen Fragen zu diesem Bereich des Klavierspielens und bestärken damit auch jene gegenwärtig stark ausgeprägte Suche zahlreicher Pianistinnen und Pianisten nach wissenschaftlicher Aufarbeitung und Neubewertung ganzheitlich subtilster, gleichzeitig aber einfachster Prinzipien.

Zeugnis universaler Geister
Chopins wie Deppes Antworten darauf sind Zeugnis – Zeugnis universaler Geister des Klavierspiels. Man gerät ins Staunen, wie wahrhaft und gleichermaßen präzise die Dinge des pianistischen Handwerks damals schon beim Namen genannt wurden. Schließlich bewirkte ein allgemeines Vergessen jene wissentliche Verarmung, welche heute allerorts am Klavier sein Unwesen treibt. Wie könnte es auch anders angesichts der Ausbildungsdefizite sein, die mitunter in Kauf genommen werden.
Das nun vorliegende Buch ist endlich einmal ein Werk, welches das Schlichte, die Einfachheit der Spieltechnik nicht wie allerorts üblich simplifizierend verherrlicht, sondern uns Lesern diese Einfachheit als das einzig Pragmatische und künstlerisch Wahre der Klavierspielkunst offenbart.


Reinhold Schmidt, Üben & Musizieren, Heft 2/2005
Elgin Roth hat mit großem Engagement ein höchst anregendes, lehrreiches Buch geschrieben, dem eine weite Verbreitung in der Klavier spielenden Welt zu wünschen ist.
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